11.05.2021

Tag der Pflege: Mehr Anerkennung und bessere Tariflöhne

„Die Politik muss endlich die Weichen stellen, damit alle Beschäftigten in der Pflege nach Tarif-löhnen bezahlt werden“, fordert Andreas Luttmer-Bensmann, Bundesvorsitzender der KAB. Aus Anlass des internationalen Tag der Pflege am morgigen Mittwoch erinnert der katholische Sozialverband daran, dass der Stellenabbau der letzten Jahre zu extremen Belastungen im Pflegebereich geführt haben und mit der Pandemie die Situationen in den Heimen und Krankenhäusern verschärft hat.

„Das Klatschen im letzten Jahr ist noch keine Solidarität. Die von der Politik versprochenen Prämien haben viele Pflegekräfte überhaupt nicht erreicht“, kritisiert die KAB. Nach dem Klatschen müsse mehr kommen, denn Pflegekräfte seien systemrelevant – auf der ganzen Welt.

Tarifbindung einführen

Luttmer-Bensmann fordert Gesundheitsminister Jens Spahn und Arbeitsminister Hubertus Heil auf, die angekündigten sieben Milliarden Euro für die Pflege endlich in den aktuellen Haushalt einzustellen. Zugleich warnt er davor, dass sich die Koalitionäre blockieren und auf Kosten der Beschäftigten Wahlkampf betreiben. „Die Pflegenden brauchen jetzt menschenwürdige Arbeitsbedingungen und armutsfeste Tariflöhne und keine unhaltbaren Wahlversprechen“, erklärt Luttmer-Bensmann. Gerade einmal 20 Prozent der in der im Pflegebereich Tätigen erhält laut Bundesarbeitsministerium einen Tariflohn.

Anerkennung ihrer Leistungen brauchen auch jene, die Angehörige zu Hause pflegen. Immer noch werden 75 Prozent der Pflegebedürftigen von Familienangehörigen und ambulante Pflegedienste versorgt.  Oft arbeiten osteuropäische Haushaltshilfe in einer Grauzone, weil Heimaufenthalte unerschwinglich sind und Arbeitsschutz fehlt. „Hier muss die Politik rechtliche Rahmenbedingungen eröffnen, um Pflegehilfskräfte vor Dumpinglöhnen zu schützen“, so Luttmer-Bensmann. Die Angleichung der regional unterschiedlichen Löhne ab 1. September komme viel zu spät und weit unter einem existenzsichernden Lohn, der auch im Alter vor Armut schütze.

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