04.04.2016

Arbeit 4.0 darf nicht zum Arbeitsschutzabbau führen

"Der Mensch ist keine Maschine mit einer uneingeschränkter Laufzeit!" Als Versuch, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit ständig laufenden Maschinen gleichzusetzen, bezeichnet KAB-Bundesvorsitzender Andreas Luttmer-Bensmann die Arbeitszeitpläne von Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer.

Der Präsident der Arbeitgeber hatte jüngst gefordert, die Beschränkung der täglichen Arbeitszeit durch eine wöchentliche Höchstgrenze zu ersetzen. "Anders als Maschinen lebt der Mensch in einem täglichen Rhythmus und braucht seine täglichen Pausen zur Erholung und sozialen Beziehung", betont der KAB-Bundesvorsitzende. Arbeitgeber-Präsident Kramer hatte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles aufgefordert, das Arbeitszeitgesetz zu ändern, damit Arbeitnehmer in der Regel täglich mehr als zehn Stunden am Tag eingesetzt werden können. Verbunden mit seinem Vorschlag ist die Abschaffung der geltenden Tageshöchstarbeitszeit.

Krank durch Arbeitsdruck

"Eine Überschreitung der täglichen Arbeitszeit ist schon jetzt in Ausnahmefällen möglich", erklärte der KAB-Chef. Eine Festsetzung lediglich auf eine Wochenarbeitszeit durch eine Reform des Arbeitszeitgesetzes für tarifliche Reglungen sprenge den Schutzrahmen, so Luttmer-Bensmann. Der Mensch und die Gesellschaft bräuchten einen täglichen wie einen wöchentlichen Rhythmus. Er warnte davor, mit dem Schlagwort Arbeit 4.0 den menschlichen Zeitrhytmus und erkämpfte Arbeitsrechte infrage zu stellen. Menschenwürdige Arbeit müsse den Mensch als soziales Wesen in den Focus rücken. "Industrie 4.0 darf nicht heißen, arbeiten bis zum Umfallen. Schon jetzt seien die Erkrankungen durch Arbeitsdruck und -stress extrem angestiegen. Die Kosten für diese Entwicklung tragen neben den Betroffenen die Allgemeinheit und weniger die Arbeitgeber!", so Luttmer-Bensmann.

Die Verlängerung der täglichen Arbeitszeit führt zu Stress, Burnout und Erkrankungen. Foto: fotolia

Fordert die Einhaltung der erkämpften Sozialstandards und der Beschränkung der täglichen Arbeitszeit: KAB-Bundesvorsitzender Andreas Luttmer-Bensmann. Foto: Rabbe

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