02.10.2015

Einheit: Grund zur Freude -Kein Grund zum Feiern

Ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Mauer ist die Angleichung der Lebensverhältnisse immer noch nicht in Deutschland erreicht. "Statt blühender Landschaften erleben die einst neuen Bundesländer weiterhin eine dramatische Abwanderung der jungen Bevölkerung, weil berufliche Chancen und Arbeitsplätze in ausreichendem Maße immer noch fehlen", erklärte Dr. Michael Schäfers, Leiter des Grundsatzreferates der KAB Deutschlands.

Seit der Wende 1989 mussten die Kommunen und Städte in Ostdeutschland einen Verlust ihrer Bevölkerung von über zwei Millionen Menschen hinnehmen. "Besonders die Abwanderung junger Menschen fördert die Gefahr einer erneuten Spaltung der Bundesrepublik in Ost und West. Immer mehr Menschen fühlen sich allein gelassen", beklagt Schäfers. 25 Jahre Wiedervereinigung sei zwar für alle Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ein Grund zur Freude, aber für viele Menschen in Deutschland noch lange kein Grund zum Feiern.

Soziale Spaltung überwinden

Der katholische Sozialverband fordert die Bundesregierung auf, verstärkt die Ausbildungssituation von jungen Menschen in den neuen Ländern zu verbessern. Die Hartz-Regelungen haben zu einer Verschärfung der überbetrieblichen Ausbildungssituation in vielen Bereichen geführt. Weiterhin liegt die Unterbeschäftigungs- und auch die Arbeitslosenquote in den fünf neuen Ländern mit über neun Prozent weit überdurchschnittlich über denen in der alten Bundesrepublik. "Diese soziale Spaltung konnte Politik und Wirtschaft trotz anhaltend guter Konjunktur nicht überwinden", erklärt Schäfers. Der katholische Sozialverband unterstützt mit dem in Thüringen ansässigen Bildungszentrum der KAB besonders sozial schwache Jugendliche den Einstieg in den ersten Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu ermöglichen. "Junge Menschen beruflich fördern, heißt Lebensperspektiven eröffnen", so Schäfers. Um jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu bieten, müssen die Löhne und Gehälter endlich angeglichen werden. "Es nützt nichts, wenn gut ausgebildete junge Menschen keine Arbeit finden oder in den Westen umziehen, weil höhere Löhne gezahlt werden", erklärte Arbeitsmarktexperte Schäfers.

Besonders Arbeitnehmer mussten die Folgen der Wiedervereinigung tragen.

Setzt sich für eine stärkere Förderung der überbetrieblichen Ausbildung junger Menschen ein: KAB-Arbeitsmarktexperte Dr. Michael Schäfers. Fotos: Rabbe

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