15.01.2015

Widerstand gegen Intoleranz und Terror

"Mit dem Jahrestag der Hinrichtung von Nikolaus Groß gedenken wir in der KAB dem Mut und der aufrechten Haltung der Menschen, die gegen Intoleranz und Unmenschlichkeit auftraten. Dies ist uns nicht nur Gedenken, sondern auch Auftrag, hier und überall auf der Welt, unsere Stimme laut und offen gegen Unterdrückung, Intoleranz und Terror zu erheben", mahnt Bundespräses Johannes Stein zum 70. Todestag des KAB-Märtyrers

Nikolaus Groß (1889 - 1945) war Gewerkschaftssekretär und Redakteur der„ Westdeutschen Arbeiterzeitung“ und „der Ketteler Wacht. Sein katholischer Glaube, seine politischen Überzeugungen und sein Einsatz für soziale Gerechtigkeit machten ihn zum Gegner des Nationalsozialismus. Er wurde am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Selig gesprochen wurde Nikolaus Groß am 7. Oktober 2001 in Rom.
Sein Arbeitsplatz war das Kettelerhaus in Köln, die heutige Zentrale der KAB Deutschlands.


Viele führende Vertreter des katholischen Sozialverbandes leisteten im Dritten Reich Widerstand und mussten dies mit dem Tod bezahlen. Der KAB-Verbandssekretär Bernhard Letterhaus wurde infolge des  Attentats vom 20. Juli 1944 als erstes KAB-Mitglied verhaftet und am 14. November 1944 hingerichtet. Nikolaus Groß wurde am 23. Januar 1945 hingerichtet. Dieses Datum ist für die KAB Deutschlands zum Gedenktag geworden.

Fast die gesamte Leitung fiel dem Nazi-Regime zum Opfer. Verbandspräses Otto Müller, der ebenfalls verhaftet wurde, starb an den Folgen seiner Haft. Der Augsburger KAB-Sekretär Hans Adlhoch der im KZ Dachau einsaß, starb kurz nach dem sogenannten Todesmarsch in einem Münchener Lazarett. 

"Auch angesichts des Zulaufs für die Pegida Bewegung, dem Erstarken einer neuen rechtsnationalen Bewegung, die für Intoleranz, Ausgrenzung und eines dumpfen Nationalismus  stehen, sind gerade die Parteien, Kirchen, Sozialverbände und Gewerkschaften gefordert, gelebte Demokratie und zivilgesellschaftliches Engagement den immer noch verbreiteten rechtsnationalen Ansichten und Diskriminierungen in der Gesellschaft entgegenzustellen. Die KAB mit ihrer Geschichte des Widerstands wird hier ihren wertvollen Beitrag leisten", kündigt Johannes Stein an.

"Der radikale Sozialabbau der letzten Jahre, die Streichungen im Fort- und Weiterbildungsbereich, die Verkürzungen der Lernzeiten und nicht zuletzt die zunehmende soziale Spaltung in der Gesellschaft führen unweigerlich zu Unwissenheit und Ressentiments gegenüber Minderheiten und Andersdenkenden", beklagt der KAB-Bundespräses und fordert entscheidende Verbesserungen im Bereich der Jugendsozialarbeit und der Bildung. "Wir müssen in unseren Schulen die Voraussetzungen dafür schaffen, nicht nur im wirtschaftlichen Bereich globalisiert zu denken, sondern die Gedankenwelt unserer Kinder dafür zu öffnen, die Herausforderungen der Zukunft miteinander, welcher Hautfarbe, Religion und Herkunft auch immer, zu bestehen".

In der ganzen KAB wird Ende Januar dem Widerstand mit Veranstaltungen und Gottesdiensten gedacht.

In Berlin begeht der Diözesanverband das Nikolaus-Groß-Gedenken 2015 in der Hinrichtungsstätte Plötzensee und im Kölner Domforum führt der Stadtverband eine Veranstaltung mit Dr. Norbert Blüm als Festredner durch. (Links siehe unten)

Die KAB aus Xanten im Bezirksverband Wesel begeht am Freitag, den 23.01.2015 um 19.00 Uhr im Xantener Dom einen Gottesdienst anlässlich des 70. Todestages von Nikolaus Groß.

Nikolaus Groß vor dem Volksgerichtshof

Der KAB Märtyrer Nikolaus Groß

Bundespräses Johannes Stein

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