10.03.2016

Equal-pay-day: Frauenarbeit muss gleich viel wert sein

"Das am 1. Januar in Kraft getretene Gesetz zur Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Frauenarbeit in Deutschland aufgrund der schlechteren Bezahlung diskriminiert wird", betont KAB-Bundesvorstandsmitglied Ingrid Schumann zum Equal Pay Day am 19.März.

Die Vorsitzende des KAB-Zielgruppenausschusses Frauen bezeichnet es als Skandal, dass der Wert der Frauenarbeit in Deutschland strukturell nicht die gleiche Anerkennung erfahre wie die Arbeit der Männer. "Immer noch verdienen Frauen fast 22 Prozent weniger als Männer, immer noch müssen Frauen knapp drei Monate länger arbeiten, um das durchschnittliche Jahreseinkommen der Männer zu erzielen", kritisiert Schumann. Damit sei die Entgeltlücke nahezu konstant geblieben und größer als in den meisten europäischen Ländern. "Trotz bester Wirtschaftsleistung liegt Deutschland beim Gender-Pay an drittletzter Stelle in Europa", betont Schumann. Der katholische Sozialverband fordert daher die verbindliche Umsetzung des Grundsatzes: "Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit".

Die KAB Deutschlands drängt daher die Bundesregierung, das angekündigte Gesetz für mehr Entgeltgleichheit und Transparenz endlich vorzulegen. Der Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ muss verbindlich durchgesetzt werden. Daher fordert die KAB ein Entgeltgleichheitsgesetz, das eine Überprüfung aller Entgeltregelungen auf Entgeltdiskriminierungen und eine umfangreiche Auskunftspflicht für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorsieht. Ebenso brauchen wir wirksame Sanktionen für den Fall, dass der Pflicht nach Überprüfung und Beseitigung von Diskriminierungen nicht nachgekommen wird-

Klare Absage an Mindestlohnaufweichung

Eine deutliche Absage erteilt die KAB Deutschlands, dem Versuch von Wirtschaft und Politik, den Mindestlohn aufzuweichen und weitere Ausnahmen zuzulassen. Besonders Frauen im Niedriglohnbereich hätten von der Einführung des Mindestlohns profitiert. "Damit die soziale und geschlechtsspezifische Schere beim Arbeitslohn weiter geschlossen wird, brauchen wir noch in diesem Jahr einen Mindestlohn von zehn Euro", betont Schumann.

Frauenberufe wie Pflege oder Erziehung seien zwar angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung Zukunftsberufe, doch würden sie weiterhin tariflich schlecht bezahlt werden. Schumann rief deshalb zum Weltfrauentag (8.3.) und zum Equal pay day (19.3.) die Frauen auf, sich stärker in Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbänden zu organisieren, um ihre berechtigten Forderungen durchzusetzen. "Nur gemeinsam können wir Frauen uns den halben Himmel erkämpfen!"

Equal Pay Day-Aktionen in der KAB

In ganz Deutschland wird auch die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung zu diesem Tag aktiv sein.
Zusammen mit anderen katholischen Verbänden veranstaltet der Stadtverband Köln eine Foto-Ausstellung im Kölner Rathaus bis zum. 18. März  (Mo, Mi, Do 8 – 16 Uhr, Di 8 – 18 Uhr und Fr 8 – 12 Uhr). Die Ausstellung zeigt Fotos von Frauen und Männern – vor allem in Pflege- und erzieherischen Berufen - und gibt ihren beruflichen Wünschen Raum. Gleichzeitig decken kurze Infotexte die Missstände in der Realität auf.

In Trier wird es am 19. März auf der, Neustraße von 12:00 – 14:00 Uhr vor dem Angela Merici Gymnasium (AMG) und dieses Jahr auch an einem weiteren Standort in der Simeonstraße vor der Stadtsparkasse einen Info-Stand "Berufe mit Zukunft. Was ist meine Arbeit wert?" geben. 

Im Diözesanverband Münster machen am Samstag, 19. März, von 10.00 – 13.00 Uhr die KAB-Frauen aus Coesfeld gemeinsam mit der kfd, Frauen e.V. und der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Brigitte Tingelhoff mit einem Aktionsstand in der Coesfelder Innenstadt auf die schwierigen Arbeitsbedingungen und unangemessen niedrigen Entlohnungen in den typischen Frauenberufen aufmerksam.

Um Frauen auf Gehaltsgespräche vorzubereiten, damit sie nicht „unter ihrem Wert“ verhandeln, veranstaltete das Würzburger Bündnis, darunter auch der KAB Diözesanverband, zum Equal Pay Day zusammen mit der vhs einen Vortrag. Am Dienstag, 15. März um 19.00 Uhr, gab die Trainerin, Beraterin und Coach Frau Anna-Daniela Pickel in den Räumen der vhs wertvolle Tipps, wie man erfolgreich über Geld spricht. Die Domstraße in der Würzburger Innenstadt ist mit Equal Pay Day Fahnen beflaggt.

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