26.01.2015

Blüm: Glaube ist ein Widerstandsreservoir

"Der christliche Glaube ist ein Widerstandsreservoir", betonte der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm. Bei der Gedenkfeier des KAB-Stadtverbandes Köln aus Anlass des 70. Todestag von Nikolaus Groß beschrieb Blüm den KAB-Widerstandskämpfer als liebenden Familienvater, demokratischen Arbeitersekretär und nicht zuletzt als tiefgläubigen Christen, der mit seiner Kirche, die nicht immer im Nationalsozialismus auf Seiten ihrer Märtyrer stand, auch haderte.

Für Groß, "der wirklich ein Großer war", stellte sich bereits vor der Machtübernahme durch die Nazis die Frage nach "Wahrheit und Lüge". Der Bergmann Groß habe trotz oder wegen seiner Volksschulbildung anders als viele Professoren und Intellektuelle früh erkannt, dass das Nazi-Regime auf Ausgrenzung von Menschen und einem absoluten Totalitarismus, der keinen Gott neben dem Führer duldete, ausgelegt war. 

Demokratie bedarf des täglichen Einsatzes

Gegen Ausgrenzung von Flüchtlingen und Moslems wandte sich auch KAB-Stadt-Verbandsvorsitzende Hildegard Lülsdorf, die die Gedenkfeier in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk und dem Diözesanrat auch für die Familie Groß ausgerichtet hatte. Sie erklärte im Hinblick auf die Demonstrationen in Dresden und anderen Städten, dass Ausgrenzung und Intoleranz allein aus dem Vermächtnis der KAB-Widerstandskämpfer nicht hinnehmbar sei. "Die aktuellen Übergriffe auf Flüchtlingsheime, die Ausgrenzung von Menschen und die Ausbeutung von vielen Arbeitnehmern belegen, dass der Einsatz für Demokratie und Menschenrechte, wie ihn Groß, Letterhaus und Prälat Müller aus ihrem festen Glauben an Gott und den Menschen geführt haben, auch heute unseres täglichen Einsatzes bedarf".

Dunkler Dom ein wichtiges Zeichen

Dies unterstrichen auch Tim Kurzbach, Vorsitzender des Diözesanrates, und Kölns Bürgermeisterin Scho Antwerpes in ihren Grußworten. Beide begrüßten, dass die katholische Kirche in Köln mit dem Verdunkeln des Doms während der Kögida-Demonstration ein deutliches Zeichen und eine klare Position gezeigt hatte. 

Die katholische Soziallehre hat viel zu sagen. Widerstandskämpfer wie Groß haben sie weiterentwickelt unter der Bedrohung der Henker, erklärte Norbert Blüm. Foto: Erlenkötter

Mit einer Gedenkfeier erinnerte der KAB Stadtverband an die Ermordung Nikolaus Groß vor 70 Jahren. Dom-Radio-Sprecher Leo Neu, Kölns Bürgermeistern Scho Antwerpes, Diözesanratsvorsitzender Tim Kurzbach, KAB-Stadtverbandsvorsitzende Hildegard Lülsdorf und Festredner Ex-Arbeitsminister Dr. Norbert Blüm

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